SOTA in der Region Kapstadt (ZS/WC Western Cape)

Im Dezember war ich in Kapstadt, und wollte den Familienurlaub nutzen, mindestens einen Summit in ZS zu aktivieren. Letztendlich sind es 3 geworden. Danach war das Programm mit der Familie soweit ausgebucht, dass ich mir einige Summits für den nächsten Besuch aufgespart habe.

Schon vor den Ferien habe ich mit den Vorbereitungen begonnen, und habe mit den Association Managern Sid ZS5AYC und Adele ZS5APT, sowie Phil ZS1WW, dem ZS/WC (Western Cape) Regionalmanager Kontakt aufgenommen, die mich bei der Planung unterstützt haben, und wertvolle Hinweise geliefert haben. Bedanken möchte ich mich auch bei einer langjährigen Freundin meiner XYL, die mich mit Detektivarbeit bezüglich des Zugangs von Summits auf Privatbesitz unterstützt hat, sowie meinem Schwiegervater, der mich bei den Aktivierungen begleitet hat.

Wichtig war als erstes die Aufnahme in die ZS SOTA/WWFF/POTA Whatsapp Gruppe. Die Outdoorfunker in ZS stehen so miteinander in Kontakt, es wird auch hauptsächlich über Whatsapp gespottet, und weniger über SOTAwatch.

Das hat einen Hintergrund: Die üblichen Distanzen, bei denen wir in EU jede Menge Chaser erreichen, sind in ZS gerade einmal Verbindungen in andere Landesteile, oder nach Namibia. Alles andere ist DX.

Der Grossteil der SOTA Verbindungen findet daher auf 40m oder 20m statt. Auch 30m wird verwendet, interessanterweise kann das Band in ZS auch für SSB Verbindungen verwendet werden. DX nach EU war bei meinen Aktivierungen nur auf 10m möglich. Bei 2 von 3 Aktivierungen hatte ich den Grossteil meiner QSOs nach EU, wobei leider der Anteil von HB9 Stationen recht gering war. Gemäss VOACAP wären die Bedingungen nach HB9 später am Nachmittag besser gewesen.

Die Aktivierungen hatten somit einen Zielkonflikt. Da die Temperaturen im Sommer recht schnell in die Höhe schiessen und die Sonne ziemlich stark strahlt, sollte man so früh wie möglich am Vormittag aufsteigen. Ganz wichtig ist Sonnenschutz und viel Wasser. Am frühen Nachmittag wird es dann meistens sehr windig, so dass EU QSOs im Zeitfenster zwischen der Zeit, wenn das 10m Band Richtung EU aufgeht, und dem Aufkommen des Winds stattfinden sollten.

An Gerätschaften hatte ich den FT-891 mit dem mAT-30 Tuner dabei, sowie einen 12Ah Eremit Akku. Als Antenne hatte ich den 10m DX Wire Fiberglasmast für eine Vertikalantenne dabei. Dazu noch den FT-2D mit einer RH770.

Nun zu den Aktivierungen:

ZS/WC-965 Vasco Dagamapiek

Dieser Summit befindet sich im Cape Point Nationalpark. Wir waren mit der Aktivierung etwas spät dran. Vom Parkplatz, den die meisten Besucher für den Besuch des Cape Points nutzen, geht ein Wanderweg in die entgegengesetzte Richtung zum Summit, auf dem sich Gebäude einer alten Radarstation aus dem zweiten Weltkrieg befinden. Der Wanderweg entsprichtm etwa der SAC Klasse T2-T3, wobei es einige Stellen gibt, an denen man über Felsen klettern muss. Die ausgesetzten Stellen haben dort den Vorteil, dass an den Steilhängen recht viel Gebüsch wächst, so dass man bei Fehltritten eine gewisse „Rückfallebene“ gehabt hätte, hi.

Nach etwa 2/3 der Höhenmeter wurde der Wind so stark, dass ich meine Zweifel hatte, ob sich der Summit unter diesen Bedingungen noch sinnvoll aktivieren lässt. Umdrehen wollten wir aber nicht, und als ich sicher war, dass wir uns innerhalb der Aktivierungszone befanden, hab ich etwas unterhalb des Gipfels zwischen 2 Felsen eine Stelle gefunden, die etwas windgeschützt war und ich den Mast mit der Vertikal so befestigen konnte, dass er einigermassen stabil im Wind war. Die Verhältnisse waren etwas unangenehm. Nachdem ich 4 QSOs mit ZS Chasern fertig hatte, und das 10m Band anscheinend nicht nach EU offen war, haben wir recht schnell abgebrochen und sind wieder abgestiegen.

ZS/WC-062 Hoer Steenbergpiek

Dieser Summit befindet sich ebenfalls in einem Nationalpark. Vom Parkplatz aus führt ein recht einfacher T2 Wanderweg auf den Gipfel. In der Aktivierungszone gibt es Felsen und Büsche, an denen man eine komfortable Sitzposition und Mastbefestigung finden kann. Nachdem ich einige ZS Chaser gearbeitet hatte, machte ich QSY auf 10m. Das Band war nach EU offen, und nachdem -wenig überraschend- Chris F4WBN mein erster Chaser aus EU war, kamen noch viele QSOs in SSB und CW dazu, so dass die Aktivierung auf den HF Bändern durch die Akkulaufzeit begrenzt wurde. Auf 2m hatte ich noch einige QSOs um die 50 voll zu machen, danach machten wir uns an den Abstieg und waren froh, im Kofferraum noch Extra Wasser zu haben.

ZS/WC-935 Kanonkop

Dies war eine Erstaktivierung. Der Weg führt durch ein Weingut, und es gibt eine Privatstrasse zu den Funktürmen auf den Gipfel, die leider nicht benutzt werden darf. Dafür gibt es Trails für Mountainbikes und Trailrunner, wobei einer direkt durch die Aktivierungszone am Zaun der Funktürme vorbeiführt. Aktiviert habe ich an einer Aussichtsplattform.

Auch hier war das 10m Band nach EU offen. Nachdem dies jedoch einer der heissesten Tage während unseres Aufenthalts war, wurde es in der Sonne nach einer Weile sehr unangenehm, Nicht nur uns, sondern auch dem Akku wurde es etwas heiss: Nachdem ich ihn zuerst versehentlich in der Sonne stehen hatte, hat der Übertemperaturschutz zugeschlagen. Beheben konnte ich das Problem durch Abdecken und Leistungsreduzierung auf 50W.


Auf diesem Summit hatte ich einen grossen Anteil an Chasern aus der Region Kapstadt. Dies war kein Zufall: am vorhergehenden Wochenende habe ich dem lokalen Amateurfunkclub einen kurzen Besuch abgestattet, um dem Vizepräsidenten Paul, ZS1S kurz Hallo zu sagen. Clubmitglieder waren dabei, Material zu sortieren, ich hatte einige nette Gespräche, und Paul hat die Information über meine Erstaktivierung am darauffolgenden Tag im lokalen Rundspruch thematisiert.

Für den nächsten Aufenthalt in Kapstadt habe ich noch einige Summits auf dem Radar, wobei ich das eher in einer Jahreszeit mit angenehmeren Temperaturen und weniger Wind planen würde.

73 Jens, ZS1/HB9EKO

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